ZENITH spricht mit uns: Wie aus einer Ruine Schule wurde – und aus Misstrauen Begegnung

ZENITH spricht mit uns: Wie aus einer Ruine Schule wurde – und aus Misstrauen Begegnung

Im renommierten ZENITH Magazin – einem gut recherchierten deutschsprachigen Magazin zu Nahost/Nordafrika – spricht Katharina Dönhoff in einem Interview darüber, was nach dem Genozid an den Jesiden wirklich zählt. Sie sagt: Von „Versöhnung“ reden viele – aber für viele Jesiden ist das noch weit weg. Erst müssen die Verbrechen klar anerkannt werden, die Täter vor Gericht kommen und die Menschen endlich sicher leben können.

Dazu kommt ein neuer wackliger Punkt: Deutschland gilt vielen als sicherer Rechtsstaat und zweite Heimat. Doch Abschiebungen treffen die Gemeinschaft in letzter Zeit hart – weil sofort die Frage im Raum steht: Ist Schutz verlässlich, kann man Zukunft planen? Und „Rückkehr“ heißt oft nicht Neubeginn, sondern wieder Lager, Unsicherheit und ein Alltag ohne Absicherung.

Gleichzeitig macht das Interview Mut, weil es so viel Eigenkraft zeigt: Familien aus Sindschar haben verlassene Dörfer wieder bewohnbar gemacht – ohne Staat und ohne große Hilfe, einfach weil sie nicht im Lager leben wollten oder konnten. HAND FÜR HAND hat in Sina, einem dieser Dörfer, aus einer Ruine Schritt für Schritt eine Schule und das HELIN-Bildungszentrum aufgebaut und erreicht heute hunderte Familien: Unterricht für Kinder, Alphabetisierung und Englisch für Erwachsene, Starthilfen wie Gewächshäuser und kleine Läden, plus Lernangebote und erste Job-Perspektiven für Jugendliche.

Und dann ist da das aktuelle Projekt HELIN VOICES: ein Radioprojekt, das Minderheiten zusammenbringt, die einst verfeindet waren und sich sonst kaum begegnen. In den beiden Standorten Shingal und Mossul arbeiten junge Jesid:innen, Christ:innen, Araber:innen oder Schabak in gemischten Teams zusammen, recherchieren, erzählen Geschichten – und plötzlich sitzen sie am gleichen Tisch, diskutieren, lachen und sehen sich wieder als Menschen. Damit das Vertrauen nicht gleich wieder kaputtgeht, gibt es klare Regeln: keine Parteipropaganda, keine Nähe zu Milizen – dafür viele Themen aus dem echten Leben, von Kultur bis zu Problemen, die endlich gehört werden müssen.

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